Seit 1986 gestalten etwa 40 Künstler, Landschaftsarchitekten, Bildhauer, Schriftsteller, und Musiker den Landschaftsraum ›im Tal‹ zwischen Hasselbach und Werkhausen. Dabei nutzen sie umgestaltend die landschaftlichen Gegebenheiten, die geprägt sind von einem Bachlauf, Wiesen, Weiden und bewaldeten Flächen. Mähwege und andere erschließen das Gelände von einer Größe über 100.000 qm in das die ortsbezogenen vielgestaltigen Kunstwerke integriert wurden und so einen behutsamen Dialog mit der Landschaft suchen. Um eine Wirkungseinheit von Landschaft und Kunst zu finden, waren auch historische Gartenkünstler wie Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823) eine Orientierung.
"Der Kontext ›im Tal‹ wirkt wie eine große, offene Skulptur für Kommunikation: Ein privater, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellter Raum, in dem sich das Augenmerk gleichermaßen auf Kunstwerke, we auf Landschaft richtet. Hier ereignen sich Kooperationen und Dialoge im Modus der Fremdstimmigkeit. An keiner Stelle wird ein Überblick über das Ganze ermöglicht, so dass der Besucher zum ständigen Akteur werden muss, will er sich die Vielschichtigkeit der Anlage ergehen. ... Die Kunst prägt als integraler Bestandteil eine Landschaftsgestalt, zeigt sich ›im Tal‹ nicht als Abbild oder Darstellung, zieht sich nicht ? wie so oft im öffentlichen Raum – in den Kommentar zurück: Kunst gestltet hier Wirklichkeit, ohne die Grenzen zu verwischen. Ganz im Gegenteil scheint die Inszenierung ›im Tal‹ die ästhetische Grenze deutlich zu betonen. Es zeigt sich geradezu die Lust an der Differenz. ..."
(Jörg van den Berg in: Künstler, kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, 2003)
Die ›im Tal – Stiftung Wortelkamp‹, der Kunstverein Hasselbach und der Förderverein ›im Tal‹ wollen mit allen Beteiligten keinen Freizeitpark als Beitrag zur Event-Kultur, sondern einen Ort der Stille, wo sich vielleicht Fremdes und Fremde treffen. Möglich wäre aber auch, den Satz von August Sander (1876-1964) laut zu zitieren, wenn man ›im Tal‹ in das ›Haus für August Sander‹ tritt: „Wir müssen wieder lernen mehr zu schauen und weniger zu reden.“
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