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Das Konzept "Feldgarten" basiert auf einer Zusammenarbeit
von Landbesitzer, Landwirt, Landschaftsarchitekt,
Zimmermann, Maler, Malerin und Bildhauerin. Es ist hierin
sichtbarster Ausdruck einer grundsätzlichen Gestaltungsidee,
die letztlich der Gesamtanlage ›im Tal‹ zugrunde
lag. Die Realisation des "Feldgarten" eröffnet daher für
die Gesamtkonzeption der Anlage ›im Tal‹ neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Zusammen mit den beiden in den
letzten Jahren integrierten "offenen Anlagen" werden
Aspekte der Veränderungen eines Kommen und Gehen,
eines Werden und Vergehen verstärkt.
Der "Feldgarten", der in früheren Generationen den Hausgarten
des Bauerns ergänzte, soll im wesentlichen durch
Nutzpfl anzen, im Wechsel der Jahreszeiten, gestaltet
werden. Um dies über die Gestaltungsfragen hinaus zu gewährleisten,
ist die Gesamtkonzeption einschließlich der
Pfl anzpläne des Landschaftsarchitekten Kim Wortelkamp
mit dem Landwirt Otmar Orfgen abgestimmt. In die teils
großfl ächigen Farb- und Formfelder fügen sich kleinere
Vegetationsfl ächen ein. Um diese vor Wild zu schützen
hat der Zimmermann Uli Hüsch eigens veränderbare
Zäune gefertigt, die grafi sch und raumbildend wirken.
Das Künstlerpaar Kocheisen/Hullmann verweist mit zwei aufgeständerten
Malereien zunächst auf sich; ihre ortsgebundenen Sujets aber verleiten
zum reizvollen Vergleich der Wirklichkeiten – vielleicht wie eine
frische, vollmundige und lichtdurchfl utete "plein-air Malerei", befreit aus
einem Atelier, in das die Außenwelt primär medial vermittelt eintritt.
Die Bildhauerin Madeleine Dietz hat im Einklang mit Kim Wortelkamp
großfl ächige und schwergewichtige Eisenplatten in den Feldgarten hinein
komponiert. Sie ordnen sich einzeln und zusammengefügt wie Felder
oder ein eisernes Bauerwartungsland. Die Erde hat schwer zu tragen,
doch geben Löcher, mit dem Schneidbrenner aus den Eisenplatten herausgebrannt,
Pfl anzen und Blumen Licht, als wollten sie sich als Teppich
auf den Weg machen. In einer Drahtgitter-Box lagern die Brennreste
kompostiert, als reservierten sie sich selbst, um irgendwann in die Löcher
zurück zu wollen, um jedem Wachsen wieder ein Ende zu bereiten.
Wenn Lothar Heimann – seit langem tätiger Liebhaber ›im Tal‹ – uns
allen seinen Acker zur Nutzung überläßt, erinnert es auch ans Nutzungsrecht
der Friedhöfe, die sich so, befreit vom Besitzrecht, jeglicher
Spekulation entziehen – zum Nutzen aller.
Erwin Wortelkamp
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