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Wolke im Tal from Bettina Khano on Vimeo.



jour fixe 2015
Samstag, den 27. Juni 2015

wir sind die menschen auf den wiesen
bald sind wir menschen unter den wiesen
und werden wiesen, und werden wald
das wird ein heiterer landaufenthalt*

Neue Arbeit ›im Tal‹
Bettina Khano

Lesungen
Annika Reich

Flöte
Edwin Reinhard

 

Das Programm am Samstag, 27. Juni 2015

14.00 Uhr | Talgang

Ein Tag in einem Garten
mit Kim Wortelkamp, Jörg van den Berg und:

Bettina Khano | Einweihung der neuen Arbeit ›im Tal‹

Künstlergespräch
Bettina Khano und Jörg van den Berg (und Annika Reich)

Picknick im Freien | im Tal

Annika Reich | Lesungen

Edwin Reinhard | Flöte
Salvatore Sciarrino – Canzona di ringraziamento (8 Min.)
Claude Debussy – Syrinx (4 Min.)
Edgard Varèse – Density 21.5 (5 Min.)
George Benjamin – Flight (11 Min.)

(Bei zu schlechtem Wetter wird das Programm ins ›Haus für die Kunst‹ verlegt!)

18.30 Uhr | Fest im ›Haus für die Kunst‹
Essen und Trinken in gewohnter Umgebung

21.00 Uhr | Michael Deiml: Sonne – Licht – Mensch | 1984/89

 

Kostenbeitrag. Nachmittag 15 Euro inkl. Kaffee & Kuchen
Wir bitten um verbindliche Ameldung bis zum 12. Juni 2015
Tel +49 2686 604, Fax +49 2686 8139, E-Mail: post@im-tal.de

mehr Informationen

 

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Zum Todestag von Fritz Schwegler am 3. Juni 2014


Vor einem Jahr verstarb Fritz Schwegler, dem auch wir ›im Tal‹ besonders nachtrauern, hat er uns doch zwei seiner so einzigartigen Werke hinterlassen.
Nicht nur für die hier teilnehmenden Künstler, sondern auch für die große Zahl derer, die bei ihm in Düsseldorf studiert haben, war Fritz Schwegler ein Künstler, der sich in allem von allen unterschied. Ein VOR-BILD. Seine Lehre war so offen und vielgestaltig wie sein Gesamtwerk, das insbesondere in seinen „Trafohäuschen“ beispielhaft überleben wird.

 

Einige späte Bilder blieben in der Luft hängen und wurden nachgebaut. (EN 6114)

„... als ich nämlich da im Tal, auf der Höhe, die goethischen Männlein so im Walde stehen sah und also mir gegenüber + das, was ich sein soll, da hat’s wohl angefangen, nach 20 Jahren Tafelbilder und Zeichnungen und Plänen wieder plastisch, skulptural, körperlich, handlich (handhaberisch), materialisch, gewichtig ... zu werden. Und seither sind nun schon über 200 neue .. genannt: Notwandlungsstücke entstanden, erst aus Wachs geformt, dann Bronzeguß und bemalt und mit EN – Nummer versehen und drollig genug: es ist auch Dein violettes Vasenkopfstück des Tales dabei, also das kleine Modell entstand nach der Ausführung der lebensgroßen Dinger. Das gibt’s sicherlich nicht allzu oft in der Kunstgeschichte und ich gönne Dir herzlich dann Dein Schmunzeln und gestehe eine Scham – aber die Lust war größer. ...“

Erwin Wortelkamp lernte Fritz Schwegler bei der documenta 5 kennen und lud ihn in das atelier nw 8 ein, (1969–1973) das Viele als konzeptionellen Vorläufer für die Anlage ›im Tal‹ betrachten.

„... in Kassel mich angelte und dann in Frankenthal in seiner Galerie ausstellte und als einer der ersten begriff, dass man die Effeschiaden ja auch tatsächlich selber ausführen könnte und seine Schüler einlud, ein solches zu tun. ...“
(Zitate: Brief vom 17.11.1991)

UMGANG MIT EFFESCHIADEN
ZEHNERSCHAFTEN – Vortrag mit Moritafeln und Gesang – von ihm selbst
Am Sa. 3.3.73 20 Uhr

In der Einladung schrieb Fritz Schwegler:
„... so, dass man es sieht, auch weitermachen, in Wort und Bild, mit Rat und Tat. Denn was hülfe es, wenn wir etwas Gutes wissen und üben es nicht aus und teilen es nicht mit? Da würde natürlich nichts besser werden in uns, mit uns, um uns, aber auf solches darf man nicht verzichten, sonst Gutnacht Freiheit.
Jeder kann doch also etwas machen! Und daß man damit anfange und es nicht vergißt, gibts eben die EFFESCHIADEN jetzt.
Jedermann ist herzlich eingeladen MIT ZU TATEN in Effesch.“

„SCHWEGLER macht keine concept-kunst, macht keine comics, singt keine mittelalterlichen gesänge, bringt keine südamerikanischen noch indischen „melodien“ zum ausdruck. doch erinnern mich seine arbeiten an genanntes.
Schweglers Arbeiten zeigen texte und bilder. das heißt nicht, texte zu bildern und umgekehrt. trotzdem stehen sie nicht für sich. wie bei vielem suchen wir nach vergleichen oder es fallen uns, im kunstmarktdenken geübt, gleich namen ein, namen, die nennwerte sind.
die texte haben was von aphorismen, reißen an, stoßen an. erschließen sie auch?
die bilder sind keine, sie wollen keine sein, sie sind skizzen an denen oft was dran steht. bezeichnungen, die eine gelbe nase zum beispiel hell nennen, etwas was rot erscheint, als schwarz aufzeigt. alles wirkt zunächst einmal komisch, sieht man ihn dazu und hört man ihn auch noch, dann weiß man nicht, soll man lachen oder wie ernst ist es ihm. es ist alles so dazwischen, doch gehört alles dazu.
also: text-bild-er, SCHWEGLER, sein weiß/hemd/anzug für den auftritt, die bimmel, die alles jeweils rituell eröffnet. witzig, lustig, solange man am äußerlichen bleibt, ernst, wenn das, was zwischen den zeilen zwischen dem gesehenen, dem gespielten sich in seiner ironie und satire als ernst erweist.
ein AHA und dann? und dann wird’s wieder lustig. ist das nicht komisch? es ist auch wie die im spaß gesagte wahrheit.

(erwin wortelkamp, oktober 1973 aus „atelier nw8 1969-73, international artist’s cooperation“)

Die damaligen Gedanken kommen, auch nach vier Jahrzehnten, den Eigengesetzlichkeiten des so besonderen Künstlers nahe. Sie sind in der Kunst die jeweiligen Annäherungswerte an die Werk-immanente Wahrheit. Gäbe es ein adäquateres Behältnis als die Nutzung der Trafohäuschen um uns alle in den Prozess der vielgestaltigen Transformierungen hineinzunehmen? Nein.
Hildegard Schöneck wird auch in Zukunft ihr waches Auge auf das Werk Fritz Schweglers richten, so wie sie in all den Jahren darauf geachtet hat, dass seine vielstimmige Kunst in uns weiterwirken kann.

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